Unter dem Titel „How to EMERGE? Again!“ lud die AG Emerging Researcher der IGSP zur zweiten digitalen Nachwuchstagung ein. Im Zentrum standen Fragen, die wissenschaftliche Qualifizierungsphasen prägen: Wie können Nachwuchswissenschaftler*innen ihren eigenen Weg entwickeln, mit Unsicherheiten umgehen und sich innerhalb der Scientific Community sichtbar einbringen? Das digitale Format verband persönliche Einblicke, praxisnahe Impulse und Raum für Austausch.
Persönliche Perspektiven auf wissenschaftliche Werdegänge
Den Auftakt bildete die erste Gesprächsrunde im Format „10 Fragen an“ mit Prof. Dr. Sebastian Ruin. Im weiteren Verlauf des Tages folgten Gespräche mit Prof. Dr. Marcel Veber sowie Prof. Dr. Julia Košinár. In allen drei Runden gewährten die Professor*innen nicht nur Einblicke in ihre jeweiligen wissenschaftlichen Profile, sondern berichteten auch offen von Herausforderungen, Umwegen und prägenden Entscheidungen auf ihren beruflichen Wegen.
Die persönlichen Erfahrungen machten deutlich, dass wissenschaftliche Laufbahnen selten geradlinig verlaufen. Gerade für Emerging Researchers boten die Gespräche daher Anlass, eigene Fragen zur Qualifizierungsphase, zu Entwicklungsmöglichkeiten und zu individuellen Schwerpunktsetzungen einzubringen. Im Dialog entstand ein differenziertes Bild davon, wie unterschiedlich wissenschaftliche Karrieren gestaltet werden können.
Prof. Dr. Marcel Veber richtete den Blick zudem nach vorn und informierte über die bevorstehende IGSP-Tagung in Landau. Damit wurde deutlich, dass die Nachwuchstagung auch eine Gelegenheit bietet, sich frühzeitig mit der Fachgesellschaft und ihren kommenden Aktivitäten zu verbinden.
Den eigenen Beitrag im Call verorten
Im Info-Shop „Passung schaffen: So triffst du den Call“ stand die Einreichung wissenschaftlicher Beiträge im Mittelpunkt. Diskutiert wurde insbesondere das Spannungsverhältnis zwischen dem eigenen Forschungsthema und den Anforderungen eines Calls for Papers.
Dabei wurde deutlich, dass eine überzeugende Einreichung weder das eigene Thema vollständig dem Call unterordnen noch die Ausschreibung lediglich als formalen Rahmen behandeln sollte. Entscheidend ist vielmehr, die Anschlussstellen zwischen Forschungsinteresse, Fragestellung und Tagungsthema präzise herauszuarbeiten. Die Teilnehmenden setzten sich damit auseinander, wie Abstracts so gestaltet werden können, dass sie sowohl das eigene Profil sichtbar machen als auch einen nachvollziehbaren Beitrag zum jeweiligen Tagungsschwerpunkt leisten.
Ungewissheiten aktiv bearbeiten
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Impuls von Dr. Jutta Wergen zum „Umgang mit Ungewissheiten in der Qualifizierungsphase“. Wissenschaftliche Nachwuchsarbeit ist häufig von offenen Entscheidungen, unklaren Entwicklungsperspektiven und wechselnden Anforderungen geprägt. Der Impuls nahm diese Erfahrungen auf und stellte Strategien vor, mit denen Ungewissheit nicht nur ausgehalten, sondern auch produktiv bearbeitet werden kann.
Mit Methoden wie Mapping und Szenarien wurden konkrete Zugänge vorgestellt, um Entwicklungen zu strukturieren, Optionen sichtbar zu machen und eigene Handlungsmöglichkeiten auszuloten. Dadurch erhielten die Emerging Researchers Anregungen, Unsicherheiten nicht ausschließlich als Belastung zu verstehen, sondern als Bestandteil einer wissenschaftlichen Qualifizierung, der reflektiert und gestaltbar ist.
Austausch, Reflexion und Ausblick
Das Reflexionskarussell zum Ende der Tagung bot Gelegenheit, zentrale Gedanken aus den Gesprächen und Impulsen zusammenzuführen. Im Austausch wurde sichtbar, wie wertvoll Räume sind, in denen wissenschaftliche Fragen mit persönlichen Erfahrungen, methodischen Überlegungen und Perspektiven auf die eigene Laufbahn verbunden werden können.
Mit vielen neuen Eindrücken und einem geschärften Blick auf die kommenden Schritte richtet sich der Ausblick nun auf die IGSP-Tagung in Landau. Dort bietet sich die Gelegenheit, die begonnenen Gespräche weiterzuführen, neue Kontakte zu vertiefen und die eigene Forschung in der Fachcommunity einzubringen.





